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Schadenfreiheitsklasse – Ein Überblick

Wer lange Zeit unfallfrei im Straßenverkehr unterwegs ist, wird in der Schadenfreiheitsklasse höher eingestuft. Diese Faustregel hat jeder Autofahrer schon einmal gehört. Doch was genau steckt dahinter?

Schadenfreiheitsklasse

Welche Schadenfreiheitsklassen gibt es?

Sollten Sie sich bei der Wahl Ihrer Kfz Versicherung für eine reine Haftpflichtversicherung oder eine Vollkaskoversicherung entschieden haben, wurden Sie anfangs vom Versicherer in eine von zahlreichen Schadenfreiheitsklassen eingestuft. Die Regel ist einfach: Je länger Sie ohne selbst verschuldeten Unfall oder Schaden unterwegs sind, desto höher steigen Sie in der Einstufung des Versicherers. Eine Schadenfreiheitsklasse steht dabei für ein Jahr ohne Schäden. Die SF-Klassen reichen von 0 bis 35. Wer also sieben Jahre unfallfrei Auto gefahren ist, befindet sich normalerweise in der SF-Klasse 7. Ein Fahranfänger ohne konkrete Erfahrung im Straßenverkehr wird der Klasse 0 zugeordnet.

Hinzu kommen drei weitere Sonderklassen: M, S und SF½. Die unterste Klasse ist die sogenannte Malus-Klasse. Hier landen Versicherungsnehmer, die der Versicherung besonders häufig einen selbst verschuldeten Schaden melden. Auch Fahranfänger, die im ersten Versicherungsjahr einen Schaden melden, werden in die Malus-Klasse gestuft.

In der Schadensklasse landen jene Versicherungsnehmer, die zuvor in der SF1 waren. Sie sind also meist ein Jahr unfallfrei gefahren und mussten dann den Schutz der Autoversicherung in Anspruch nehmen.

Eine weitere Klasse ist die SF½. Wer eine Autoversicherung für das erste eigene Auto abschließt, aber schon über Fahrpraxis verfügt, oder den Führerschein mit 17 Jahren gemacht hat (BF17), landet hier.

Was bewirken die Einstufungen der Autoversicherung?

Da jeder Versicherungsgeber daran interessiert ist, möglichst wenige Ausgaben zu haben, werden Sie dafür belohnt, dass Sie keine Kosten verursachen. Kosten entstehen, wenn Sie einen Unfall herbeiführen und Ihre Kfz Versicherung den Schaden für Sie übernehmen muss. Ein unfallfreies Jahr ist ohnehin wünschenswert. Sie profitieren zusätzlich bei der Autoversicherung, weil Sie für das darauffolgende Jahr einen Beitragsrabatt erhalten und eine Schadenfreiheitsklasse höher eingestuft werden. Die Versicherungsprämie fällt also geringer aus als im Jahr zuvor. Grundsätzlich zahlen die Klassen M bis SF½ mehr als den Grundbetrag der jeweiligen Autoversicherung. In der SF1 wird dann der Grundbetrag verlangt, während der jährliche Beitrag ab SF2 kontinuierlich sinkt.

Der Versicherungsbeitrag wird größtenteils dadurch bestimmt, in welcher Schadenfreiheitsklasse Sie sich befinden. Hinzu kommen Typ- und Regionalklasse. Ein Auto, das laut Statistik besonders oft in Unfälle verwickelt ist, kostet demnach mehr. Wer in einer Region mit geringer Unfallstatistik lebt, zahlt einen niedrigeren Beitrag.

Wie Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse möglichst gering halten

Ein Tipp, den Sie vermutlich bei vielen Themen rund um Versicherungen erhalten: Vergleichen! Nur so haben Sie die Möglichkeit, das beste Angebot zu ermitteln. Achten Sie dabei besonders auf Rückstufungsrabatte.

Wenn der entstandene Schaden nur Ihr Fahrzeug betrifft und vergleichsweise sehr gering ist, lohnt es sich vermutlich den Schaden selbst zu tragen, anstatt ihn der Versicherung zu melden. Die höheren Versicherungsbeiträge können nämlich schnell den entstandenen Vorteil durch die Übernahme des Schadens übersteigen.

Zuletzt gilt es immer zu überlegen, welcher Versicherungsumfang für Ihr Fahrzeug am sinnvollsten ist. Bei älteren Fahrzeugen kann es demnach sinnvoll sein, eine Teilkasko der Vollkasko vorzuziehen, da letztere lediglich den Zeitwert des Wagens und nicht den entstandenen Schaden berücksichtigt.

Unfall – Was passiert mit der SF Klasse?

Schadenfreiheitsrabatt schön und gut. Interessant für Sie ist natürlich auch, was passiert, wenn Sie in einen Unfall verwickelt sind. Dabei ist zunächst zu beachten: Wenn Sie keine Schuld oder Mitschuld tragen, müssen Sie sich auch um Ihre Schadenfreiheitsklasse keine Sorgen machen. In diesem Fall zahlt nämlich die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers. Problematisch wird es erst, wenn Sie selbst den Schaden oder Unfall verursacht haben. Daher gibt es bei Abschluss einer Teilkaskoversicherung keine Schadenfreiheitsklassen. Die Teilkasko kommt nämlich nur für nicht selbst verursachte Schäden auf. Es wäre ja unsinnig, Sie für etwas zu bestrafen (also Ihre Schadenfreiheitsklasse zu senken), für das Sie nichts können. Nur, wenn Sie Schuld tragen, kommt ihre jeweilige Kfz Versicherung zum Einsatz. Hier gilt: Nicht die Höhe des Schadens zählt, sondern die Anzahl der Unfälle. Je mehr Sie verschulden, desto niedriger werden Sie in der Schadenfreiheitstabelle Ihres Versicherers eingestuft.

Schadenfreiheitsrabatt trotz Unfall erhalten?

Wenn Sie nicht zurückgestuft werden möchten, gibt es tatsächlich die Möglichkeit, in Ihrer Schadenfreiheitsklasse zu bleiben. Voraussetzung ist, dass Sie den entstandenen Schaden innerhalb eines halben Jahres selbst bezahlen. Dabei greift die Kfz Versicherung zunächst wie üblich und reguliert den Schaden. Die Versicherung ist verpflichtet, Sie über die entstandenen Kosten zu informieren. Wenn Sie diese dann innerhalb von sechs Monaten begleichen, bleiben Sie in Ihrer Schadenfreiheitsklasse. Dies kann sich zum Beispiel bei geringfügigen Schäden lohnen. Es besteht auch die Möglichkeit, einen Rabattschutz in die Autoversicherung aufzunehmen. Üblicherweise hat man gegen einen Aufpreis einen Unfall im Jahr frei. Das bedeutet: Sie können einmal im Jahr einen Unfall bauen, ohne sofort zurückgestuft zu werden. Diese Option kann sich durchaus bezahlt machen.

 

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